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1972
1972 Vom Interieur zum Exterieur – Spoiler gehen in Serie
Rund 20 Jahre nach der persönlichen Präsentation des ersten Käfer-Spoilers durch Karl Meier in Genf 1953 führte die Verwendung von aerodynamischen Hilfsmitteln im Motorport auch zu einer Nachfrage für Straßen-Fahrzeuge. Diese kam zunächst aus dem motorsportbegeistertem Freundeskreis, und so wurde ein Kunststoff-Derivat in Serie genommen. 1972 überraschte KAMEI mit einem gelungenen Frontspoiler für den VW Käfer. Bald darauf folgten weitere Modelle, beispielsweise für den Opel Ascona A, den VW Passat und natürlich für den Golf I. Auch wenn man bei den Marken diversifizierte, genoss der VW-Konzern in der KAMEI-Produktpalette stets Priorität. Der Schritt vom Interieur auch zum Exterieur vollzog sich derart vehement, dass KAMEI aus allen Nähten platzte.
1975
1975 Keke, Kern und KAMEI
1975 sorgte ein Doppeldecker-Bus in den Fahrerlagern für Aufsehen. Er diente dem Formel-V-1600-Team von Uwe´s Moden, Kern und Kamei als mobiles Hauptquartier. Zu den Fahrern gehörten „Poldi“ von Bayern und ein gewisser Keke Rosberg. Der „fliegende“ Finne fuhr die Konkurrenz in Grund und Boden, gewann die ONS-Meisterschaft und sicherte sich auch die Castrol-GTX-Trophy. Der Bayern-Prinz hielt KAMEI viele Jahre die Treue, und in Kekes Weltmeister-Jahr 1982 prangten beim Großen Preis von Deutschland auf Helm und Overall ebenfalls die „beschwingten“ KAMEI-Schriftzüge. 1982 war wohl die sportlichste KAMEI-Saison. Zu den insgesamt 127 von KAMEI unterstützten Fahrern/Fahr-zeugen gehörten der damalige Senkrechtstarter Stefan Bellof , die Schnitzer-BMW M1 von Hans Stuck und „Poldi“ und mehrere Tourenwagen in deutschen Meisterschaften., der Tourenwagen-EM, diversen Ostblock-Meisterschaften und auch auf harten Rallye-Pfaden. Auch am Overall des amerikanischen TV- und Filmstars Kent McCord prangte die KAMEI-Schwinge, denn schließlich waren alle Wagen des Bilstein-Bosch-Rabbit-Cups der USA mit KAMEI-Spoilern ausgerüstet – wie übrigens auch der Schweizer Golf-Cup. Unverwechselbar wie Ende der 70er Jahre der KAMEI-Renn-Golf waren 1983 die von KAMEI und Gilden Kölsch gesponserten Eichberg-Capri. „Capriolen“ für KAMEI machten neben den Stammfahrern Helmut Döring und Dieter Gartmann auch Rallye-Weltmeister Ari Vatanen, Klaus Ludwig, Klaus Niedzwiedz, Harald Grohs und beim 24-Stunden-Rennen der unvergessene Manfred Winkelhock zusammen mit Norbert Haug, heute Mercedes-Sportchef. Warum betrieb KAMEI derart aktiv Motorsport: Kaum eine andere Sportart ist Medium für Werbe-Botschaften so gut geeignet, und außerdem wird der Motorsport assoziiert mit Begriffen wie Dynamik, Technik, Sportlichkeit, Jugendlichkeit, Präzision und Zuverlässigkeit. Diese Begriffe passten damals auf KAMEI als einer der führenden Spoiler-Hersteller der Welt. Dass KAMEI auch heute noch – wenngleich in bescheidenerem Umfang – im Motorsport präsent ist, ist also kein Zufall.
1976
1976 Neues Werk in WOB und zentrale Verwaltung in WI
Dass 1976 die zentrale Verwaltung des expandierenden Unternehmens nach Wiesbaden übersiedelte, lag an der verkehrsgünstigen Lage, besonders hinsichtlich des Frankfurter Flughafens als Tor zur Welt. Schließlich wurden KAMEI-Produkte mittlerweile in 40 Länder exportiert. Aber auch die Produktion orientierte sich am Auftragsvolumen, und so entstand 1977 ein neues KAMEI-Werk im Gewerbegebiet von Wolfsburg-Vorsfelde. Dieser Neubau auf damals noch „grüner Wiese“ beherbergte von Anfang an modernste, größtenteils computergesteuerte Fertigungsanlagen. Weil auch in den USA die „Spoileritis“ ausgebrochen war, wuchs in North Haven, Connecticut eine KAMEI-Produktionsstätte für die Bedürfnisse des nordamerikanischen Marktes heran. Gut eine Dekade später wurde die US-Fertigung aber wieder eingestellt. Viele KAMEI-Nachrüst-Produkte zum Wohle des Autofahrers flossen in die Serien-Produktion ein. Anatomisch geformte Sitze mit Kopfstützen finden wir heute in jedem Auto: Damit wurde dann auch das Wittlicher Werk – als Erstausrüster viel zu klein – überflüssig.
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