Dachboxen-Unfall auf A9 alarmiert Branchen-Experten
31. Dezember 2009
Aus ungeklärter Ursache hatte sich am Wochenende vor Heiligabend auf der A 9 bei Bayreuth eine Skibox vom Dach eines Autos gelöst und ist frontal gegen einen Wagen auf der Gegenfahrbahn geprallt. „Minderwertige Dachboxen und deren Inhalt können auf der Autobahn schnell zu gefährlichen Flugobjekten werden, wie dieser Unfall erneut zeigt“, erklärte Marian Meier-Andrae, Sprecher des Dachboxen-Herstellers Kamei, der sich seit geraumer Zeit für verschärfte Sicherheitsnormen einsetzt.
Die Windschutzscheibe des Fahrzeugs blieb wie durch ein Wunder heil, berichtete die Polizei am Samstag über den Unfall vom Vorabend. „Andernfalls wäre es nicht auszuschließen gewesen, dass es Tote gegeben hätte“, sagte ein Polizeisprecher. Verletzt wurde niemand. Ein 45-Jähriger hatte die Box mit Skiern in voller Fahrt auf der Autobahn München-Leipzig verloren.
Der Wolfsburger Dachboxenhersteller Kamei unterstreicht nach dem Vorfall seine Forderung für eine Verschärfung der Sicherheitsnormen für Auto-Dachboxen. Auch in dieser Branche sehen sich deutsche Qualitätshersteller einem verschärften Wettbewerb mit ausländischen Billig-Anbietern konfrontiert.
„Billigprodukte erfüllen nicht die Sicherheitsanforderungen“
Viele Billigprodukte ausländischer Hersteller, so Meier-Andrae weiter, erfüllten wichtige Sicherheitsanforderungen nicht – gelangten aber auf Grund der sehr günstigen Preise dennoch in den Handel. „Wir halten das für sehr gefährlich. Hier sollte auch der Handel dem Autofahrer gegenüber Verantwortung übernehmen und auf Qualitätsprodukte setzen.“ Ein wichtiges Kriterium sei zum Beispiel das Bestehen des so genannten „City-Crash-Tests“ der neuen Norm ISO/PAS 11154.
Unterstützung erhält das Unternehmen auch auf politischer Ebene. So gibt es auch im Verkehrsausschuss des Bundestages Bestrebungen für eine Verschärfung der Sicherheitsstandards. „Es ist erschreckend zu sehen, was passieren kann, wenn Kosteneinsparungen in der Herstellung von Dachboxen zu Lasten der Sicherheit gehen. Der Autofahrer muss vor den Gefahren, die von Billigprodukten ausgehen, unbedingt geschützt werden,“ erklärte FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring.
Nur zwei von acht Boxen hatten Crash-Test bestanden
Im großen ADAC-Dachboxen-Test von 2006 (Nachtest: 2007) hatten nur zwei von acht Boxen den City-Crash-Test bestanden. Testsieger wurde die Kamei-Dachbox „Corvara 310“. „Man sollte beim Kauf auf die Testergebnisse renommierter Organisationen vertrauen und darauf achten, dass die Box nach der neuen ISO-Norm inklusive dem City-Crash-Test entwickelt und geprüft wurde“, rät Thomas Meier, Geschäftsführer und technischer Leiter von KAMEI. Neben den Aktivitäten auf politischer Ebene zur Einführung einheitlicher Sicherheitsnormen wird KAMEI das Thema Sicherheit auch im Rahmen der PR-Aktivitäten aufgreifen.
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