Der maximale Golf

Damals

Der KAMEI Racing Golf mischte Ende der 70er-Jahre die Rennsportszene auf – und löst noch heute bei den Fans Adrenalinschübe aus.

Motorsport und KAMEI – das war schon immer eine faszinierende und überaus erfolgreiche Paarung. Vor allem in den 1970er-Jahren sorgte der Name KAMEI auf den internationalen Rennstrecken immer wieder für Furore. Fahrer wie Keke Rosberg, Hans-Joachim Stuck oder Ari Vatanen starteten mit Unterstützung von KAMEI. Nach dem Motorsport-Engagement der Rennserie Formel Super Vau Europa mischte 1977 dann der legendäre KAMEI Racing Golf die Szene auf – weithin unverkennbar mit seinem auffällig in Rot, Orange und Gelb gestreiften Outfit.

Mit über 175 PS bei gerade einmal 750 Kilogramm galt dieser Racing-GTI als der schnellste Golf der Welt. Den Spurt auf 100 km/h schaffte er in deutlich weniger als sieben Sekunden, die maximale Geschwindigkeit lag bei rund 220 km/h. Gestandene Piloten wie Bernd Renneisen oder Mira Lochmann fuhren damals sogar an den meisten "echten" Sportwagen vorbei, die Klassenkonkurrenz hatte in der Regel nur das Nachsehen.

Die Legende rast weiter

Auch der heutige KAMEI Geschäftsführer Thomas Meier war damals live und hautnah an den Rennstrecken dabei – und schwärmt noch heute: „Den Rennzirkus live und aus unmittelbarer Nähe erleben zu dürfen, war für mich Jungspund damals das Größte“, sagt Thomas Meier. KAMEI hat die Rennvergangenheit in die Gegenwart geholt: In einer Halle auf dem Werksgelände steht er, der legendäre KAMEI Renngolf. Von Bug bis Heck ist die Neuauflage so gut wie nicht vom Original zu unterscheiden. „Der originale KAMEI Renngolf wurde in die USA verkauft, bestritt dort noch einige Gruppe-2-Rennen und wurde dann nach einem Unfall vermutlich verschrottet“, sagt Thomas Meier. „Unseren hier hat ein absoluter Fan und Spezialist in liebevoller Detailarbeit aufgebaut, wahnsinnig originalgetreu. Als er ihn uns anbot, haben wir sofort zugegriffen.“

Rund um den Globus entstand ein regelrechter Hype um Racing-GTI von KAMEI – der bis heute anhält. Sogar in Japan: Der Modellhersteller Tamiya widmete ihm eigene Miniaturen. Mal mit, mal ohne Fernsteuerung. Von dem klassischen 1 : 24-Bausatz ohne Motor von 1981 gibt es inzwischen eine Neuauflage im Handel. Und neben dem Renngolf von KAMEI existieren heute weltweit noch weitere Replikas: in Australien, England, Dänemark, Tschechien und Litauen.

Von so einem Revival hätte auch Thomas Meier vorher nie zu träumen gewagt, jetzt steuert er den KAMEI Renngolf selbst auf klassischen Fahrevents. Und die Legende rast weiter.